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Das Touristik Center Büdingen, unter der Leitung von Claudia Trupp, empfing am Montag, den 4. Juni 2007, ein HR3-Team inmitten der historischen Altstadt am Marktplatz zu einer verabredeten "Tour Natur". Die Aufzeichnung durch ein sehenswertes und erlebnisreiches Büdingen wurde vom HR-Fernsehen im "Hessentipp" am Freitag, den 8. Juni, um 18:50 Uhr, ausgestrahlt.

Pünktlich um 12 Uhr trabte das Pferdegespann des Kutschers Werner Walther aus Vonhausen auf den Marktplatz, wo das Aufnahmeteam und zirka 12 Gäste aus Büdingen zum Ausflug bereitstanden. Gutgelaunt stiegen Magistratsmitglieder, Stadtverordnete, Neubürger und Unterstützende des Touristik Centers in den Planwagen. 
Werner Walther (im Bild rechts mit seiner Frau) arbeitet nun schon seit Jahren mit dem Touristik Center zusammen. Neben den Planwagenfahrten, bietet er Kutschenfahrten, auch für Hochzeiten an. Besonders beliebt beim Publikum sind Fahrten auf die Ronneburg. Unter dem Motto "Tour la Tour" können Interessierte Abenteuerliches im Büdinger Land erleben.

Der Planwagen setzte sich in Gang Richtung Schlossplatz. Claudia Trupp berichtete dem Fernsehteam unterwegs, was es mit den Fröschen, die vielerorts an den Hauswänden hängen, auf sich hat. Das sei meist die erste Frage, welche Touristen stellten. "Nicht selten kommen sie aus Japan und Amerika, um neben anderen Sehenswürdigkeiten, auch Büdingen kennen zu lernen", so Claudia Trupp. "Jeder Frosch hat seinen eigenen Namen. Vor sechs Jahren begannen wir, jedes Jahr eine Froschparade abzuhalten. Die Büdinger zeigen ihre Frösche auf geschmückten Wagen und tragen Froschkostüme."

„Beuringer Frääsch“ (Büdinger Frösche) lautet der Spitzname der Büdinger Bewohner. Um den Namen rankt sich eine Geschichte aus der Zeit, als der staufische Kaiser Friedrich Barbarossa das heutige Schloss zu Ysenburg und Büdingen als Wasserburg erbaute. Die Altstadt wurde in sumpfigem Gebiet errichtet, in dem es natürlich auch viele Frösche gab. Als Graf Anton zu Ysenburg und Büdingen geheiratet und seine Angetraute in der Hochzeitsnacht mit auf das Schloss nahm, quakten die Frösche so laut dass die frisch Vermählte nicht schlafen konnte und androhte, wieder zurück zu ihren Eltern zu kehren, wenn der Graf nichts unternehmen würde. Daraufhin hielt der Graf die Bürger an, alle Frösche einzufangen und sie in einem Bach zu ertränken.

Während Claudia Trupp noch die Frääsch-Geschichte erzählte, rollte der Planwagen holpernd über das Kopfsteinpflaster vorbei am Steinernen Haus, dem ältesten Ganzsteinhaus der Stadt (um 1500), aus der Altstadt heraus. Vorbei ging es am steinernen Mann, der in einer Wiese am Straßenrand liegt. Kurz vor dem Wald bog der Planwagen zum Wildpark ab. Kinder vom Waldkindergarten, der oberhalb des Weges liegt, schauten dem Planwagen hinterher. Hinter den Holzzäunen huschte das Wild des Parks scheu davon.

Auf der Spielwiese am Bach gab es eine Theatereinlage mit dem Titel "Die wundersame Heilung des Friedrich von seinem Männerleiden". Marcus Karger und Sylvia Oster spielten eine vergnügliche Badeszene für Zwei von und mit dem Theater ohne doppelten Boden "Theodobo".

"Bitte, so tun, als sei keine Kamera vorhanden, nicht direkt reinschauen", instruierte die TV-Autorin die Zuschauer, die sich über das Theaterspiel amüsierten, in dem der Protagonist von seinem Eheweib dazu angehalten wird, eine Kneippkur zu vollziehen, damit es seinen Gliedern wieder besser ginge. Das heitere Gelächter übertönte am Ende sogar das Rauschen des Baches.

Ein paar Schritte oberhalb des Wildparks wartete an der Leohütte, auch "Hütte an den sieben Bächen" genannt, eine zünftige Vesper auf die Gäste. Die Schlachtplatte mit Presskopf, Mett- und Blutwurst, sowie Schinken und die grandiose Käseplatte, daneben Essiggurken, Trauben und Tomaten ließ den Gästen das Wasser im Munde zusammen laufen. Es mundete vorzüglich an der frischen Waldluft. Die beiden Pferde wurden in der Zwischenzeit getränkt und versorgt. Ein paar Streicheleinheiten bekamen sie auch noch.

Förster Peter Kraus, der als Verantwortlicher des Wildparks hinzukam, gab Auskunft über den kostenlos zugänglichen Wildpark und diesen Teil des Büdinger Waldes, der als Naherholungsgebiet genutzt wird. Wegweiser zeigen Wanderwege an und Tafeln informieren über Tierarten, die in großzügigen Freigehegen ihr zu Hause haben.

In diesem Waldstück finden auch Waldolympiaden für Schulklassen statt, bei denen Forst- und Schulämter zusammen arbeiten. Unter dem Begriff "Bewegung und Wissen" besuchen Schulgruppen installierte Wissens- und Bewegungsstationen. Sie füllen Fragebögen aus und werden mit vielerlei Aufgabenstellungen konfrontiert, in denen Wissen über Wald und Tiere naturnah vermittelt wird. Den Gewinnern winken ein Wanderpokal und eine Urkunde.
 Zurück ging es nach Büdingen, diesmal durch das Jerusalemer Tor, das 1503 während der Regierungszeit des Grafen Ludwig ll. von Ysenburg erbaut wurde. Das Jerusalemer Tor, auch Untertor genannt, verdankt seinen Namen einer Sage. Da Büdingen 1521 schon sehr früh protestantisch wurde kamen viele Glaubensflüchtlinge wie Hugenotten und Waldenser in die Stadt. Bei ihrer Ankunft vor dem Stadttor knieten sie nieder und beteten. Sie sollen gesagt haben "…dies ist unser Jerusalem…" Gegen 17 Uhr kam die Gruppe am Marktplatz an. Das HR3-Team verabschiedete sich von allen und versicherte, bald wieder einmal nach Büdingen zu kommen. |