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Durch Zufall erfuhr ich heute von einer besonderen Ehrung, die einer engagierten, aussergewöhnlichen Frau aus unserer Nähe, bei Seligenstadt, zuteil wurde. Ich habe mit Frau Huck telefoniert und möchte Ihnen jetzt im Vogelsberg-Netz - diesmal ausgesprochen gerne - folgende Pressemitteilung als Information weitergeben.
Ein Stück meines Herzens ist in Indien geblieben - Bundesverdienstkreuz 1. Klasse für Waltraud Huck (pw)
Ohne Unterlass ist sie seit 18 Jahren tätig für die Ärmsten der Armen. Ihr Herz hängt an Indien und ihrem grenzenlosen Einsatz haben viele Kinder und Menschen alles zu verdanken. Für ihren unermüdliches, soziales Engagement und ihr herausragendes humanitäres Wirken erhielt Frau Waltraud Huck, Gründerin und Vorsitzende des Vereins "pro interplast Seligenstadt e. V." am 18. Juni 2007 im feierlichen Rahmen eine hohe Auszeichnung: das Verdienstkreuz erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Diese Anerkennung für ihre Arbeit wurde ihr vom Chef der Staatskanzlei, Minister Stefan Grüttner, in Wiesbaden überreicht. Zu den Feierlichkeiten war neben ihrer Familie auch der Vorstand des Vereins geladen. Und auch in Seligenstadt wurde Frau Hucks außergewöhnliches, soziales Wirken und Engagement mit der Eintragung ins goldene Buch der Stadt und einem Empfang gewürdigt.
Am meisten fürchtet sie den Rummel um ihre eigene Person. Warmherzig, bescheiden und eher zurückhaltend so ist der erste Eindruck von Waltraud Huck, Vorsitzende des Vereins pro interplast Seligenstadt e.V. Doch wenn sie anfängt von „ihren Kindern“ und dem Engagement der Ärzte in den Entwicklungsländern zu berichten, strahlen ihre Augen, selbst der Klang der Stimme verändert sich. Begeisternd und enthusiastisch berichtet sie von Ärzteeinsätzen in den Entwicklungsländern, den Schwierigkeiten vor Ort und den erfolgreichen Hilfsmaßnahmen.
An vielen Einzelschicksalen der zu operierenden Kinder nimmt sie Anteil und ist jedes Mal aufs Neue schockiert, wieviel Elend, Leid und Not es in den Entwicklungsländern gibt und wie dankbar diese Menschen sind, wenn sie durch pro interplast Hilfe und Unterstützung erfahren. Dies alles gibt ihr die notwendige Kraft, Energie und Ausdauer, ihr Leben und Wirken in den Dienst von pro interplast zu stellen. „Dies ist meine Lebensaufgabe. Ich werde weiter machen so lange ich kann," so erklärt die 64-Jährige mit Nachdruck. Doch ohne ihre Familie hätte sie dies nie geschafft, so stehen ihr Ehemann und ihre beiden erwachsenen Söhne voll hinter ihrer Arbeit und unterstützen sie mit ganzem Herzen.
Beeindruckt von der aufopfernden Arbeit des Prof. Dr. Lemperle, Gründer von Interplast Germany e.V., entschloss sich Waltraud Huck im Oktober 1989 einen Verein zu gründen, der die Interplast Einsätze in Entwicklungsländern finanziell unterstützt. Mit 18 Menschen aus dem Verwandten/Bekanntenkreis fand die Gründungsversammlung des Fördervereins pro interplast Seligenstadt statt. Ihr erstes Ziel war es, so rasch wie möglich 100 Mitglieder zu gewinnen, die einen Mindestbetrag von monatlich fünf, damals noch DM, spenden, um mit diesen 6.000 DM jährlich die Auslandseinsätze der Interplast Ärzte zu finanzieren. Heute nach 18 Jahren ist der Mitgliederstand auf stolze 560 Mitglieder angewachsen, der Verein ist weit über die Ortsgrenzen bekannt und die jährlichen Mittel, die den Interplast Ärzten und anderen Hilfsprojekten zur Verfügung gestellt werden, sind weitaus höher. „Stolz bin ich nach wie vor, dass unser Verwaltungskostenanteil lediglich 1,25% beträgt,“ so die Vereinsvorsitzende. Mit viel Liebe, Sorgfalt und Transparenz arbeitet Frau Huck täglich sehr viele Stunden für pro interplast. Ein Geheimnis ihres Erfolges für den Verein ist u.a. ihre persönliche, warmherzige Ansprache an die Spender. Bis heute schickt sie jedem Spender ein persönliches, handgeschriebenes Dankesschreiben. Seit Gründung hat der Verein über 300 Auslandseinsätze in Entwicklungsländer und über weitere 136 Ärzteeinsätze in das Interplast Krankenhaus in Kathmandu/Nepal getätigt. Ca. 30.000 Patienten wurde seither vor Ort durch Operationen geholfen. Manche dieser Patienten hätten ohne diese Operationen nur ganz geringe Überlebenschancen oder wären zu einem menschenunwürdigen Leben mit zum Teil unsagbaren Schmerzen verdammt. Nun können diese Kinder und Menschen wieder lachen und zu einem normalen Leben zurück kehren. 68 Kinder wurden durch pro interplast nach Deutschland geholt, um hier operiert werden zu können.
Allein 13 mal hat Waltraud Huck Kinder aus Indien und Afrika bei sich zu Hause aufgenommen und ihnen ihre ganze Fürsorge und Liebe zuteil werden lassen. Ein Mädchen, Lucy, ist der Familie Huck ganz besonders ans Herz gewachsen, und sie haben sie in ihrer Familie wie eine eigene Tochter aufgenommen. Fünf Kinderhäuser für behinderte Kinder wurden von dem Verein finanziert, vier Augencamps mit fast 500 Patienten (1 Patient kostet 10 €) wurden finanziert und 2 große Hepatitis und Tuberkulose-Impfaktionen wurden durchgeführt. Seit knapp 3 Jahren unterstützt pro interplast Dr. Vogt in Kalkutta. Schon bei 122 Patienten wurden dadurch u.a. dringende Herzoperationen ermöglicht. „Eigentlich wollten wir im Alter viel Reisen...“ Doch das Leben hat sie andere Wege gehen lassen. Gereist ist Waltraus Huck mittlerweile 13-mal nach Indien, fast wie eine zweite Heimat, um sich vor Ort davon zu überzeugen, wie das Geld der deutschen Spender verwendet wird. Sie kümmert sich persönlich um „ihre“ Kinder und verteilt Geschenke, wie warme Decken oder organisiert ein Kinderfest, wo sich alle Kinder mal richtig satt essen können.
Auch wenn das Elend und Leid vor Ort unermesslich groß ist, gibt Frau Huck nicht auf. Unermüdlich ist ihr dringender Wunsch zu helfen und zu handeln. Im Rahmen dieser Indienreisen, die sie zusammen mit ihrem Mann unternommen hat, durfte sie zweimal mit Mutter Teresa zusammen treffen. Aus Dankbarkeit für ihr Engagement in Indien bekam sie 1997 von Mutter Teresa ein Stück ihres weiß-blauen Saris geschenkt. Zum 10. Jubiläum des Vereins wurde Frau Huck bereits das Bundesverdienstkreuz am Bande im Oktober 1999 durch Landrat Peter Walter überreicht. Wer sich über den Verein informieren möchte, findet pro interplast unter www.pro-interplast.de.
25-03-2010: 3752 |