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Mitten in der historischen Altstadt von Büdingen fand am Sonntag, den 24. Juni 2007, ein überregionales Treffen von Harleyfahrern und Fans statt. Bis zu 700 Biker rollten mit ihren schweren Maschinen an, und zahlreiche Besucher tauchten bei angenehmen Temperaturen und sonnigem Wetter von 11 bis 18 Uhr ein in ein ultimatives Harley Davidson-Erlebnis.
Zehn Mitglieder des Büdinger Harley-Clubs organisieren seit 2000 jedes Jahr dieses Fest in der Altstadt. Live-Musik ist dabei und viel zu Schlemmen, sowie zwei Stände mit Zubehörteilen. Die Attraktion aber waren originelle Motorräder und teure Sonderanfertigungen.
Harley fahren, das bedeutet für Errol Rahn, den Gründer des Büdinger Harley-Clubs, mehr als bloß eine Maschine zu besitzen und sie zu fahren. "Das ist Leidenschaft, eine Lebenseinstellung. Wir verstehen uns als eine große Familie weltweit, die aus allen Berufsgruppen zusammen gesetzt ist, da trifft der Arzt auf den Maurer, sie befinden sich auf der selben Ebene", schwärmte er. "Wir pflegen alle diese Harley Leidenschaft. Im Jahre 1994 haben wir uns zusammen getan und den Club gegründet. Am Anfang wurden die Harley-Davidson-Maschinen von den meisten von uns gemietet, im Laufe der Zeit hat sich jeder eine angeschafft."

Eine Harley zu besitzen, ist eine kostspielige Angelegenheit. Das Alter der Club-Mitglieder reicht von 36 bis 63 Jahre. "Jüngere können sich solche Maschinen meist noch nicht leisten", verriet Errol Rahn. "Unsere Motorräder kosten im Schnitt zirka 20 Tausend Euro. Jede Maschine ist individuell umgebaut." Ein Profi aus Büdingen, ebenfalls Harley Fan, ist mit seiner Werkstatt zuständig für Lackierungen. Ein "Veredeler" präsentierte an diesem Tag in Büdingen Maschinen für 60 bis 70 Tausend Euro.
Der Amerikaner Robert, Chef des Hanauer Harley-Clubs, war auch zugegen. Sein Club zählt 70 bis 80 Mitglieder. Für ihn ist das Harleyfahren Philosophie: "Sie bringt Deutsche und Amerikaner zusammen. Uns verbindet eine Sache: Harley-Touren und oft noch viel mehr." Die Teilnehmer des Treffens kamen nicht nur aus der näheren Umgebung wie Hanau, Offenbach und Frankfurt, sondern reisten auch aus der Bodenseeregion, Ulm und Berlin an.

"Querbeet" unterhielt live das Publikum am Marktplatz mit Songs u.a. von den Eagles, Beatles, Manfred Man`s Earth Band und vielen populären Stücken aus den Genres Rock, Pop und Rock´n Roll. Unter Sonnenschirmen sitzend, stehend am Getränkestand, Motorengeräuschen lauschend und musikalisch untermalt, schnupperte das Publikum "The American way of life" mit Getränken und auf amerikanische Art gegrillten Biker-Würsten und Steaks.

Die zahlreich geparkten Maschinen lockten Besucher und Fan Harald Balser, einmal auf einer Harley Platz zu nehmen. Er bat den Besitzer um Erlaubnis und dieser willigte freundlich ein. "Ich bin letztes Jahr mal eine Sportster 1200 ccm gefahren – klasse Gefühl, einzigartig, das gibt es mit keinem anderen Motorrad", gab er als Grund an, in seine Erinnerung vertieft. Am Stand habe er sich ein Harley-Jeanshemd gekauft. "Das gibt mir ein Freiheitsgefühl, ich kann es zu meinen Musikauftritten tragen." Eine Maschine habe er sich ausgeguckt: "So eine wunderschöne Harley Davidson werde ich mir vielleicht mal kaufen."

Highway feeling: um 15 Uhr startete man zu einer Ausfahrt. Am leuchtend orange farbenen Hemd und schwarzer Lederweste waren die Mitglieder des Büdinger Clubs leicht zu erkennen, als sie sich auf ihre fulminanten Maschinen schwangen. In Formationen ließen die Fahrer ihre Motoren synchron an. Wie von einem Donnergrollen wurde alles übertönt, als die schweren Maschinen sich ihren Weg durch die Altstadt bahnten - hinaus auf die Landstraße, um das "Easy Rider"-Gefühl der Freiheit zu schnuppern.
Der Büdinger Club unternimmt alle zwei Jahre eine Amerikareise. Dort treffen sie sich mit amerikanischen Clubs, um die Harley-Philosophie in größerem Stil zu zelebrieren. Die letzte Tour war im Juni 2006. Unter dem Motto "Live to Ride" starteten die Büdinger von Los Angeles mit ihren Harleys zur legendären Historic Route 66. Empfangen wurde der Club in den Staaten vom Ehrenmitglied und Freund, dem Ex-Büdinger, Hans-Otto Höhn. "Wir freuen uns schon jetzt auf die nächste USA-Tour", sagte ein Büdinger Clubmitglied begeistert. |