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Koch/Assmann gewinnen Rallyesprint Lahn vor Schmidt/Weidauer, Klassensieg für Oliveri, Drama für Lars Garten, Geschätzte 1.500 Zuschauer
 Starker vierter Gesamtrang für Uwe Kiehm aus Schlitz mit Ersatzbeifahrer Christoph Weiß aus Linden im Opel Kadett C Coupe
Die Einschätzung von Ulli Weidauer aus Gießen, Beifahrer des an Nummer 1 gesetzten Lokalmatadors Markus Schmidt aus Heuchelheim, war vor dem Start zum sechsten Rallyesprint Lahn des AMC Gießen teilweise richtig: "Hier gewinnt, wer den spätesten Bremspunkt setzt. Das wird wohl zwischen Koch und Moses ausgehen". Ob Marco Koch/Stefan Assmann (Marburg/Gladenbach) im Trijekt Opel Kadett C Coupe wirklich die die besten "Spätbremser" waren, ist nicht bekannt. Das Duo vom AMC Hungen war aber das schnellste Team unter 48 Autos auf dem Rundkurs im südlichen Heuchelheimer Gewerbegebiet mit Start und Ziel beim Autohaus Schütz. In drei Wertungsprüfungen (WP) auf Bestzeit waren vor geschätzten 1.500 Zuschauern in der Dunkelheit jeweils knapp drei Runden zu fahren. Mitfavorit Stefan Moses (Schmitten), der bei der Limes-Rallye vor drei Wochen zwei Bestzeiten fuhr und dann wegen Hinterachsschaden aussetzen musste, fiel bereits in WP 1 mit 20 Sekunden hinter Koch auf Platz 15 weit zurück und dann aus.
Koch setzte mit 167, 7 Sekunden in WP 1 die erste Bestzeit vor Schmidt im Ford Escort 2000 mit einer zehntel Sekunden Rückstand. In WP 2 unterbot der Marburger mit vier Sekunden seine eigene Zeit und hatte offensichtlich noch Luft. Für Schmidt wäre ein Sieg vor heimischem Publikum insgeheim wohl das Größte gewesen, einen Podestplatz wollte er jedoch unbedingt. Koch war in WP 3 zwar nochmals gut drei Sekunden schneller und gewann, doch der Heuchelheimer konnte ihm als Einziger halbwegs Paroli bieten und sich den zweiten Gesamtrang sichern.
 Klassensieg und Gesamtrang neun für Frank Oliveri und Lars Schnorr aus Usingen im Subaru Impreza
Gesamtrang drei ging an Uwe Kiehm (Schlitz), der statt mit Stammbeifahrer Heiko Ziebuhr im Opel Kadett C Coupe, mit Christoph Weiss (Linden) einen würdigen Vertreter als Navigator hatte. Hinter Ingo Hanika/Peter Bechthold (Biebertal/Wettenberg) im VW Golf GTI auf Platz sieben, wurden Thorsten Kühn/Jörg Schlosser (Laubach) im BMW 320 is den achten Rang. Für den selbstständigen Kfz-Meister das bisher beste Saisonergebnis. "Alles bestens", signalisierte Frank Oliveri aus Usingen während und besonders nach der Veranstaltung. Gemeinsam mit Beifahrer Lars Schnorr holte er sich im Subaru Impreza mit Rang neun auch einen Klassensieg.
Nach einem Platz innerhalb der Top-Ten sah es nach WP 1 zunächst auch für Lars Garten/Cordula Kraus (Pohlheim) im Honda Civic aus. Das Mixed-Team hatte seine Klasse im Griff, als das Drama in WP 2 seinen Lauf nahm. Kurz bevor Sascha und Volker Schneider (Lich) im Opel Kadett den Startbereich erreichten, wurde Garten in die Runde geschickt. Der Pohlheimer war irritiert von einem hellen Licht von rechts und sah Schneiders Kadett plötzlich formatfüllend im Rückspiegel, den Zuschauern stockte der Atem. Nur mit einer beherzten Vollbremsung und viel Glück konnte Schneider Schlimmeres verhindern. Das brachte den Civic-Fahrer völlig aus dem Konzept. Ein anschließender Verbremser und eine zuviel gefahrene Runde warfen ihn auf Gesamtrang 29 und Platz vier in der Klasse zurück.
Ergebnisse 6. ADAC Rallyesprint Lahn, 48 Teams, 36 in Wertung 1. Marco Koch/Stefan Assmann (Marburg/Gladenbach) AMC Hungen, Opel Kadett, 491, 7 Sekunden, 2. Markus Schmidt/Ulli Weidauer (Heuchelheim/Gießen, Ford Escort), 496, 8, 3. Uwe Kiehm/Christoph Weiß (Schlitz/Linden) AMSC Pohlheim, Opel Kadett C Coupe, 517, 4, 4. Andreas Gutbier/Matthais Winning /Bad Emstal), VW Golf GTI 16V, 524, 2, 5. Erik und Miriam Sindermann (Biedenkopf) Renault Clio, 524, 4, 6. Gerrit Schmitt/Nadja Hartung (Wächtersbach) MSC Wächtersbach, Opel Kadett GSI, 526, 8, 7. Ingo Hanika/Peter Bechthold (Biebertal/Wettenberg) VW Golf GTI, 527, 7, 8. Thorsten Kühn/Jörg Schlosser (Laubach), BMW 320is, 531, 2, 9. Frank Oliveri/Lars Schnorr (Usingen), 535, 5, 10. Sven Hochwimmer/Stefan Pfister (Trimberg), MSC Wächtersbach, Opel Astra GTE 16V, 542, 6….. 15. Sven und Elke Jungwirth (Wettenberg) AMSC Pohlheim, Opel Astra, 552, 7, 18. Marc Beilner/Christina Link (Hungen), MSC Horlofftal, Opel Kadett E GSI 16V, 560, 2, 20. Reinhold Keller/Norbert Kühn (Laubach) Opel Kadett C Coupe, 566, 22. Ralf und David Wörner (Lahnau) Opel Kadett C Coupe, 567, 9, 23. Jens Hofmann/Lucas Habicht (Lahnau) BMW 318is, 569, 5, 24. Christian Sier/Stefan Lenz (Heuchelheim) AMSC Pohlheim, BMW 318is, 574, 1, 25. Alexander Papendorf/Timo Rau (Hungen), Seat Ibiza, 576, 6, 27. Arno und Daniel Enners (Gießen) AMSC Pohlheim, Toyota Corolla, 588, 6, 28. Benjamin und Peter Steidl (Laubach) MSC Horlofftal, Seat Ibiza, 593, 8, 29. Lars Garten/Cordula Kraus (Pohlheim) AMSC Pohlheim, Honda Civic, 597, 2, 30. Nico und Daniel Czirpka (Laubach) MSC Horlofftal, Opel Corsa A GSI, 606, 3, 31. Daniel und Sabrina Puschner (Reiskirchen) AMSC Pohlheim, VW Golf, 613, 5, 32. Peter Jaschinger/Michael Pfarrer (Nidda) AMC Hungen, BMW M3, 613, 6, 33. Lars Deyk/Dominik Durant, AMC Hungen, BMW 318is, 616, 35. Ina Beck/Simone Dietrich (Gießen), AMSC Pohlheim, VW Golf, 644, 6
Rallyesplitter:
Schmied begeistert Als Beifahrer von Klaus- Peter Thaler war Regierungspräsident Wilfried Schmied im Audi Quattro als Vorwagen außer Wertung dabei. Schmied, der bereits neben Sandro Wallenwein bei der Limes Rallye unterwegs war, zeigte sich begeistert von der Mitfahrt und beeindruckt von der Veranstaltung.
Ältestes Trio „Hier sind wohl so etwa 160 Jahre unterwegs, wobei der Porsche noch der jüngste ist“. Der aus Krofdorf stammende Wolfgang H. Inhester, mit Beifahrer Eberhard Kromm aus Ranstadt, im Porsche 911 ebenfalls als Vorwagen dabei, in Anspielung auf das Alter von Besatzung und Auto. Inhester/Kromm saßen zuletzt vor knapp 30 Jahren gemeinsam in Rallyeauto, damals aber mit Kromm als Fahrer.
Startbereich "sprachlos" Ein fachkundiger Streckensprecher fehlte im Startbereich. Einige Anwesende vermissten aktuelle Informationen über die Teilnehmer. Dem soll nächstes Jahr Abhilfe geschaffen werden.
 Im Vorwagen, einem Mercedes 450 SLC, außer Wertung dabei: Unternehmer Jürgen Stehr aus Storndorf
Stehr-Sprint 2009 im Sommer geplant Der dritte Rallyesprint EU auf dem Firmengelände von Jürgen Stehr in Storndorf findet am 15. November statt, soll nächstes Jahr in die wärmere Jahreszeit verschoben werden. Die Veranstaltung war ursprünglich als Jahresabschluss gedacht, mit Rücksicht auf die Meisterschaften in der laufenden Saison. Doch der Termin im Herbst ist vielen Beteiligten sprichwörtlich "zu kalt" geworden. "Wer im Sommer wirklich kommen will, der kommt auch", meinte Initiator Jürgen Stehr zuversichtlich, der seinen Mercedes 450 SLC beim Sprint als Vorwagen bewegte. Zeitgleich zum Rallyesprint Lahn fand auf dem Stehr-Gelände eine Sichtung von Rallyetalenten der ADAC Stiftung Sport zur möglichen Förderung für die Zukunft statt. "Die Entscheidung ist schwer und wird in den nächsten Tagen gefällt", meinte Stehr auf Anfrage. Der Gewinner erhält Fördergelder in Höhe von 100.000 Euro.
Beifahrer im Siebten Himmel Der wohl glücklichste Mensch bei der abendlichen Siegerehrung war Christoph Weiß. Der Lindener ist Stammbeifahrer von Sven Jungwirth aus Wissmar im Opel Astra mit Platzierungen im Mittelfeld. Jungwirth fuhr ausnahmsweise mit Ehefrau Elke (Platz 15) und Weiß war als Ersatz von Uwe Kiehms Stammbeifahrer Heiko Ziebuhr (beide Schlitz) im Opel Kadett C Coupe im Einsatz. Mit dem dritten Gesamtrang holte Weiß ("Das ist 'ne andere Welt. Es ging richtig vorwärts!") mit Abstand sein bisher bestes Ergebnis seiner Karriere.
Streiflicht: Gelungene Sache Der erste Rallyesprint des AMC Gießen war nach knapp zehn Jahren unter dem Strich eine gelungene Veranstaltung. Organisationsleiter Gerhard Becker, zugleich auch AMC-Vorsitzender, und sein Team haben ganze und gute Arbeit geleistet, auch wenn nicht alles glatt lief. Das war einerseits nicht zu erwarten, andererseits bei den Neuauflagen der Rallyes in Wächtersbach und im Taunus auch der Fall. Nicht nur die Teams, auch die Organisation steht unter Hochspannung. Da passieren eben auch Fehler. Erschwerend kam hinzu, dass in Heuchelheim in der Dunkelheit gefahren wurde, was es nicht einfacher machte. Auch wenn etwa die Schwächen beim Start fatale Folgen hätten haben können. Für nächstes Jahr wurde hier der Einsatz einer Startampel angeregt. Die Verantwortlichen machten ihre Erfahrungen und werden aus den Fehlern lernen. Laut Sportkommissar Frank-Martin Stock steht einer weiteren Veranstaltung nächstes Jahr nichts im Wege.
Fotos + Text: Heiko Schäfer, Linden |