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Der Südbahnradweg führt - wie Sie wahrscheinlich schon längst wissen - von Wächtersbach (an der A66) bis hinauf nach Hartmannshain. Er begleitet die Bundesstrasse B276 in grossen Schlenkern von unten "aus dem Tal" bis hoch auf 600 Höhenmeter. Wenige strampeln in diese Richtung; die meisten fahren mit dem Shuttlebus in den Hohen Vogelsberg und lassen sich lieber die über 30 Kilometer abwärts rollen.

Da der Freizeitradler-Bus in diesem Jahr nur noch an Sonntagen fährt, ist man an allen anderen Tagen wunderbar alleine durch den Naturpark unterwegs.

Wenn Sie mit dem Finger auf der Landkarte die B276 hochfahren, sehen Sie, dass die Landstrasse kurz nach Birstein den Ort Fischborn durchschneidet. Ab hier kommen Sie in das Oberland - eine Art Hochplateau, auf dem sich die Landschaft ohne tiefe Einschnitte langsam weiter nach oben wellt. Von manchen Kuppen aus können Sie bereits den Fernsehturm auf dem Hoherodskopf erblicken.

Biegen Sie oberhalb von Fischborn einmal von Ihrem Weg ab. Da Sie in Oberreichenbach (im Normalfall) mittags nichts zu essen bekommen, lassen Sie sich mit Ihrem Bike die 1 bis 2 Kilometer in Richtung Fischborn hinunterrollen. An der Hauptstrasse existiert - weiter unten in einer Kurve - eine Gaststätte, in der man auch draussen sitzen kann. Haben Sie selbst Verpflegung mit, können Sie den Strassenschildern nach Mauswinkel / Kirchbracht folgen. An der kleinen Hubbellandstrasse nach dem Dorfausgang finden Sie einen wirklich idyllischen Rastplatz an einem Naturschutzweiher.

Ein für Kfz gesperrter Feldweg führt vor einer Kuppe links zwischen die Wiesen hinein. Bei dem Holzaufsteller mit Hinweisen über "Einheimische Singvögel in Feld und Flur" erkennen Sie, dass Sie richtig sind. Folgen Sie diesem Weg. Unten sehen Sie die mit Weidenzäunen abgesperrte Wasserfläche glitzern.

In den hölzernen Beobachtungsstand an dem naturgeschützen Graf Dietrichs Weiher können Sie hineinklettern. Die Hornissen kommen erst im Sommer, habe ich mir sagen lassen :-)

Aus der Luke heraus kann man den ganzen Weiher überblicken - bis hinüber zu den beneidenswert schön gelegenen Fischborner "Seegrundstücken".

Ruderboote werden Sie auf dieser Wasserfläche nie beobachten können. Das ganze Gelände ist als Lebensraum für Vögel - und für die fast nicht sichtbaren aber doch deutlich hörbaren Frösche - reserviert. Auch Libellen, Schlangen, Echsen und Schildkröten sollen sich hier aufhalten.

An die Wand gepinnte Informationen lassen keinen Zweifel darüber aufkommen, dass man als Beobachter durchaus willkommen ist. NAJU- und NABU-Prospekte ("Stunde der Gartenvögel" und "Erlebter Frühling" - Wettbewerbe für die Naturschutzjugend und NABU-Beobachtungen) sind hier ausgelegt. Ein fest verschraubtes Schild beweist die Ernsthaftigkeit der Anlage. Auf ihm sind alle offiziellen Stellen aufgelistet, die an der Planung, der Statik, der Zustimmung und Genehmigung sowie den Arbeiten für die Errichtung dieses NSG Beobachtungsstandes beteiligt waren.

Draussen an der Treppe haben W. Peter und B. Dressler, zwei ehrenamtliche Gebietsbetreuer, für uns Besucher die Brutergebnisse des Weihers öffentlich in ihrer Info Nr. 5 notiert. Die darf ich aber ohne deren Zustimmung nicht zitieren, steht da. Also habe ich sie nur fotografiert und halte sie hochgeheim - genauso, wie W. Peter und B. Dressler ihre Telefonnummern... *g* |