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Kennen Sie solche herrlich altertümlich wirkenden Medienbelege der nahen Vergangenheit noch, die teilweise in Schwarzweiß daherkamen? Zeitschriften der 50er und 60er Jahre, gesammelt und auf fast wehmütige Art zusammengestellt, liegen im Wächtersbacher Nostalgiehaus zum Besichtigen aus. 
Nicht nur, um sich daran zu erinnern, sondern diese Dinge aus dem täglichen
Leben des 19. und 20. Jahrhunderts sogar echt und "leibhaftig" wieder zu sehen,
riechen zu können, kann man an der Freude eines Sammlers in Wächtersbach
teilhaben.

Frank Schäfer schreibt dazu: Vorsicht, Kopf einziehen! In dem
mittelalterlichen Fachwerkhaus in der Hippegasse in der Wächtersbacher Altstadt
müssen zur Zeit seiner Erbauung im 17. Jahrhundert kleine Menschen gewohnt
haben. Wer 1,80 Meter groß ist, stößt sich leicht den Kopf an den Eichenbalken.
Dieses jahrhundertealte Haus bietet die passende Kulisse für eine private
Ausstellung im Wächtersbacher Nostalgiehaus, das Willfried und Margarethe
Solzer betreiben.
Das Eheppar wohnte früher in Frankfurt, Ende der 70er Jahre zog man in die
Altstadt von Wächtersbach am südlichen Rand des Vogelsberges, aus dem Willfried
Solzers Mutter stammt. Als man das Erdgeschoss des gegenüberliegenden
Fachwerkhauses anmieten konnten, ergriffen die Solzers die Gelegenheit und
machten daraus das Nostalgiehaus, das aus einem kleinen Flur, einem Küchenraum
und einer Art Wohnzimmer besteht.

Die Sammlung ist im Laufe der Jahre immer umfangreicher geworden, nun kann
die Öffentlichkeit schon im dritten Jahr an ihr teilhaben. In den Monaten
Februar bis Oktober ist das Nostalgiehaus jeden Sonntag von 14 bis 16 Uhr bei
freiem Eintritt geöffnet. Und weil Solzers so viele schöne alte Sachen
zusammengesucht haben, wird alle drei Monate eine neue Themenausstellung aus der
Zeit zwischen 1870 bis 1970 aufgebaut.
Außer der 50er Jahre Ausstellung und einer über den
erstaunlichen Wandel der Elektrizitätsnutzung sieht man noch Exponate zu den Themen
Fortbewegung - Auto + Urlaub sowie Haushalt, Bauernmalerei und Wittgenborner
Töpferei. Nach der Winterpause von November bis Januar werden optische Geräte
und Fotoapparate ausgestellt und zum Sommer hin bäuerliche Geräte aus der
Landwirtschaft.

In der Küche dominiert der alte Kohleherd aus der Zeit um 1960. Im Wohnzimmer
sind Möbel zusammengestellt, Haushaltsgegenstände, Zeitungen aus den besten
Jahren unserer Oma, Geschirr, Schallplatten, Kleidung, Spielzeug und vieles
mehr. Fast zu jedem Stück kann Willfried Solzer eine Geschichte erzählen. Für
den modernen Menschen erschließt sich mitunter der praktische Nutzen nicht, so
wie bei den Wäschestampfern, mit denen 50er Jahren, als es noch keine
elektrischen Waschmaschinen gab, Luft in die Seifenlauge gepumpt wurde.
Was andere zum Sperrmüll tun, ist für Willfried Solzer ein Sammelobjekt –
auch weil es dem pensionierten Beamten Spaß macht, die alten Stücke wieder
herzurichten, sei es ein altes Motorrad oder ein Haushaltsgegenstand. Gefragt
nach seinen Lieblingsstücken, verrät er: „Mich freut alles, besonders wenn ich
es selbst aufarbeiten kann."

Ein Faible hat er für alte Mopeds, mit einer alten Herkules unternimmt er
gelegentlich Ausfahrten, und mit einem alten Porsche-Traktor besucht er
Oldtimertreffen in der näheren Umgebung. Als nächstes wird die Ausstellung
wieder umgebaut, dann ist „Elektrizität im Wandel der Zeit" zu besichtigen.

Das Nostalgiehaus in der Altstadt von Wächtersbach ist an jedem Sonntag
zwischen 14 und 16 Uhr geöffnet. Familie Solzer freut sich auf Ihren Besuch und
erhebt keinen Eintritt, wenn sie Ihnen die Ausstellung zeigt. Selbst
wenn Sie einige Exponate für eigene Ausstellungen ausleihen möchten, lassen sie
gerne mit sich reden: Telefon (0 60 53) 60 99 67.
Haupttext + 1 Foto: Frank Schäfer, alles andere - Ergänzende - von (bm
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