|
Wir kennen alle den Begriff des "Vereinsmeiers", ähnlich wie den "Schrebergärtner", einen "Biedermann" oder den "Bürokraten". So ganz genau kann man nicht definieren, wer damit gemeint ist und was den einen vom anderen abgrenzt. Doch keiner von uns möchte um Gotteswillen dazu gezählt werden, denn alle diese Bezeichnungen haben etwas mit Kleingeistigkeit und Engstirnigkeit zu tun. BeoLingus, ein kostenloser Wörterbuch-Service der Technischen Universität Chemnitz, gibt als Synonyme (ähnliche Bezeichnungen) zu letzterem an: beschränkt; borniert; intolerant; unbelehrbar; unverbesserlich; verbohrt. Und genau diese Eigenschaften will man sich wirklich nicht nachsagen lassen - bloß, weil man irgendwo vielleicht Zucht und Ordnung durchsetzen will - natürlich seine eigene - eventuell auch eine light Version davon... *g*.
Juli 2009: Aktueller Anlass zu diesen Gedanken sind Artikel in einer Vogelsberg Zeitung, in denen zwei unserer großen Vereine sich öffentlich befehden und aus blanker Rechthaberei die Gegenseite per Regionalblättchen der Besserwisserei benörgeln. Lustig ist dabei für mich, dass ein sportlich ausgerichteter Turnverein und ein Museumsverein, der sich eine Menge kulturelle Veranstaltungen auf die Fahne schreiben kann, auf genau die gleiche Weise streiten.
Kann man(n) sich nicht durchsetzen, tritt man von seinem Vorstands- äh, sorry, Vorsitzendenposten zurück. Vorwürfe werden dabei schnell noch mal geworfen, Bedenken kamen und gingen nicht wieder. Nur per hartem Schnitt und eindeutigem Wechsel machte man deutlich, dass sich eine Hoffnung ausschließlich mit klaren Forderungen abzeichnen könne - so, basta oder so ähnlich...
Als Probleme in solchen Situationen gelten oft mangelnde Unterstützung der Mitglieder oder vielleicht auch eine gewisse LMAA-Haltung einigen Führungskräften gegenüber? So what, eigentlich hatte ich das Vereinsgefüge so verstanden, dass die Mitglieder in ihren Versammlungen bestimmen, was wo lang geht, und der Vorstand es in diesem Sinne - sozusagen nach "Volksentscheid" - ausführen soll. Oder sehen sie das als eine tolle Profilierungsmöglichkeit "Kraft eines Amtes"?
Abgesehen davon, dass das Vereinsrecht im BGB (Bürgerlichen Gesetzbuch) recht gut geregelt ist, kann man sich HIER per KLICK zu Wikipedia notfalls mal einen ersten Einblick verschaffen.
Vereine sind eine Art Schachbrett-Gesellschaft, ein geschützter Minikosmos in unserem Staat, eine gute Form, das Volk "machen zu lassen". Das ganze Energiepotential on Bird's Mountain basiert auf der Willenkraft, den Einfällen und den Möglichkeiten eines solchen - auch preiswerten - Gefüges: Von A wie Angelrute über B wie Bratwurst bis S wie Segelfliegen und Z wie Zen-Meditationskurse wird alles generationsübergreifend durch Vereine ermöglicht.
Höchst reizvoll ist das noch gewesen, als die Welt um uns herum keinen Ausgang ins Internet hatte. Damals wurde unseren Kindern etwas Besonderes geboten, etwas, das sie sich heute mit drei Klicks im WWW schneller als in einem Verein ermöglichen können. Ergo klagt man dort über Nachwuchsmangel. Hm - ob es denn besser wird, wenn man sich öffentlich beim rechthaberischen Streiten erwischen lässt?
Cartoons (c) Brigitta Möllermann |