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2009: Schottener auf den Spuren Karl des Großen
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„Auf den Spuren Karl des Großen.“ Unter diesem Motto stand die mehrtägige Reise des Vogelsberger Kultur- und Geschichtsvereins von Schotten. 28 kulturbeflissene Vogelsberger machten sich bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg nach Aachen. Die erste Station war das Kloster Maria Laach in der Vulkaneifel, das landschaftlich sehr schön an einem Vulkansee liegt. Ein kleiner Film führte durch einen ganz normalen Tag im Leben der Benediktiner-Mönche, das von Beten und Arbeiten geprägt ist. 52 Mönche leben im Kloster, das sich durch seine Handwerke, wie eine kleine Glockengießerei, eine große Gärtnerei, den Verkauf naturnaher, selbst hergestellter Produkte, die Verpachtung eines Viersternehotels und durch die Ländereien selbst finanziert. Bruder Jacobus stand den Besuchern aus dem Vogelsberg Rede und Antwort und erzählte, dass die Mönche nicht so ganz weg von der Welt leben. Handy und Computer gehören für sie inzwischen auch zum Alltag. Anschießend besichtigte die Reisegruppe noch die mächtige Abteikirche mit dem Jesusmosaik über dem beeindruckenden Hochaltar.
Wenige Kilometer vor Aachen liegt Monschau, eine alte Tuchmacherstadt mit einer wunderbar geschlossenen Altstadt. Berühmt ist das „Rote Haus“ des Tuchmachers Johann Heinrich Scheibler aus dem frühen 18. Jahrhunderts, dessen Inneneinrichtung vollständig erhalten ist. Die über vier Stockwerke reichende freitragende Holztreppe ist mit kunstvollen Schnitzereien verziert, die die verschiedenen Stufen der Stoffherstellung erzählen. Scheibler, ein aus dem katholischen Aachen vertriebener Glaubensflüchtling, erlangte bereits damals internationalen Ruhm: Er verkaufte seine Stoffe bis in den Vorderen Orient. Noch heute beeindruckend sind die vielen, durchaus noch zeitgemäßen Stoffmuster.
Karl der Große wollte Aachen zum Mittelpunkt eines neuen Reiches machen, das ganz Europa umfassen sollte. Ab 790 ließ er in Aachen eine Monumentalpfalz errichten, den damals größten Bau nördlich der Alpen. In dem Dom mit seinen späteren Anbauten wurden über 500 Jahre lang die deutschen Kaiser gekrönt.
Während der Domführung bestiegen die Schottener die Empore, wo der aus antikem Marmor gefertigte Thron direkt gegenüber einem Jesusmosaik in der Kuppel steht - ein Zeichen für den göttlichen Machtanspruch der dort gekrönten Herrscher. Beeindruckend waren für sie auch die Domschätze, wie der goldene Schrein mit Reliquien Karl des Großen oder seine Büste, die seine Schädeldecke enthalten soll.
Die Reisegruppe auf einem Stadtrundgang durch die schöne Altstadt - hier am Aachener Elisenbrunnen
Der dritte Tag brachte die Schottener über den Dreiländerpunkt Deutschland – Niederlande – Belgien und den mit 322,5 Metern höchsten Berg der Niederlande nach Maastricht, das wegen seiner Altstadt als schönste Stadt der Niederlande gepriesen wird. Bei einem Stadtrundgang genoss man das „burgundische Flair“ dort. Etwas gewöhnungsbedürftig war eine alte Kirche, die jetzt eine große Buchhandlung sowie im ehemaligen Chorraum ein Cafe beherbergt.
Die Rückfahrt durch das Limburger Land führte nach Val Dieu in Belgien, in das Tal Gottes. Vor 800 Jahren gründeten Zisterzienser-Mönche des Klosters Eberbach in diesem einsamen Tal ein Kloster. Heute gibt es dort noch eine alte Basilika, jedoch keine Mönche mehr. Die alten Klostermauern beherbergen nur einen kleinen Laden mit Spezialitäten aus dem Limburger Land, wie z. B. einen besonderen Sirup aus 80 Prozent Birnen und 20 Prozent Äpfeln, mit dem der Limburger Käse bestrichen wird.
Ein weiteres Highlight stand zum Schluss noch auf dem Programm: Stolberg, das vor 200 Jahren als die größte Messing verarbeitende Stadt der Welt galt. In den ehemaligen Werkstätten finden sich heute Restaurants oder schöne Bürgerhäuser. Auch Tuchmacher waren hier zu Hause. Viele von ihnen kamen als Glaubensflüchtlinge aus dem katholischen Aachen, und hatten, wie viele Hugenotten nach der Vertreibung aus Frankreich, hier Zuflucht gefunden.
Zwei evangelische Kirchen und ein unter Denkmalschutz stehender Friedhof zeugen noch von der Geschichte Stolbergs und seiner ehemals mächtigen Familien. Ein Mittagessen in der schön restaurierten Schlossanlage rundete den Ausflug des Vogelsberger Kultur- und Geschichtsvereins auf angenehme Weise ab.
Quelle: Vogelsberger Kultur- Und Geschichtsverein, Jutta Kneißel |
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