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Am Sonntag, den 27. September 2009, fand im 1.000 qm großen Schafstall der Familie Krauthan in Kirchbracht der zweite Zummelmarkt statt. Normalerweile ist dieser Stall den Mutterschafen vorbehalten, die hier in den Wintermonaten zum Lammen unterkommen. Diesmal allerdings versammelten sich viele Besucherinnen und Besucher dort, die der Einladung der Familie Krauthan gefolgt waren, um sich den Zummelmarkt anzusehen. Das Wort „zummeln“ ist mittlerweile den meisten Leuten bereits bekannt. Für diejenigen, die mit dem Begriff noch nichts anfangen können: Zummeln nennt man die zweite Schur mancher Schafrassen im Verlauf eines Jahres, die, eben genau wie der Zummelmarkt, im Herbst stattfindet.
 Die Gaststätte Sonnenhof aus Illnhausen bot einen Pferdekutschen-Shuttleservice an, um die Besucher vom Parkplatz zum 1,5 km entfernten Schafstall zu bringen. Dieses Angebot wurde rege genutzt, doch auch der strahlende Sonnenschein verlockte viele Besucher, den Weg zu Fuß zurückzulegen. Gelohnt hat der Weg sich allemal, denn Nicole und Christian Krauthan, die die gleichnamige Schäferei in Kirchbracht betreiben, hatten für ihre Besucher ein buntes Programm zusammengestellt.

Ein attraktiver Kunsthandwerkermarkt mit regionalen Produkten lud zum Stöbern ein - z. B. mit Möbeln aus dem Eichenholz alter Scheunen und Fachwerkhäuser, Unikate, die zum Teil aus 500 Jahre altem Holz bestehen. Daneben gab es Kunstobjekte aus Kupfer. Auch ein Schmied zeigte seine Fertigkeit mit Hammer und Amboss und beigeisterte insbesondere die jüngsten Besucher für dieses fast vergessene Handwerk.
Aus Frankfurt war eine Kräuterfrau angereist, die in zwei Kräuterführungen praktische Tipps zur Verwendung unserer heimischen Kräuter gab und an ihrem Stand für manches Wehwehchen bereits die passende Medizin zur Hand hatte. Darüber hinaus wurde zauberhafte Puppen-Couture angeboten sowie Skulpturen aus Holz, Schmuckstücke, Honig und Bienenwachserzeugnisse, Handgewebtes, Körbe, die vor Ort geflochten wurden, Seifen und natürlich alles mögliche rund um Schafe und deren Wolle.

Neben Spinnvorführungen wurde sozusagen am lebenden Objekt gezeigt, wie eine Schafschur vonstatten geht und Schafhalter, die grobe Wolle produzieren und dafür kaum Absatz finden, konnten sich über die Herstellung von Schafwollpellets als organischen Dünger informieren. Schafwollpellets sind für Pflanzen äußerst nährstoffreich und bieten eine gute Alternative zu herkömmlichen Düngemitteln. Neben dem Düngeeffekt können die Pellets zusätzlich Wasser aufnehmen und über einen längeren Zeitraum halten. Durch den Einsatz von Pellets konnten bei der Kultivierung von verschiedenen Zierpflanzen und Gemüsearten, wie zum Beispiel Tomaten und Kohlrabi, bereits Ertragssteigerungen erzielt werden.
 Der Kindergarten Zauberwald aus Kirchbracht war ebenfalls mit einem Stand vertreten und verkaufte Selbstgebasteltes sowie Tassen und Taschen mit dem „Zauberwald“ Motiv. Von dem Erlös sollen Anschaffungen für den Kindergarten getätigt werden. Bei einem Preisrätsel, bei dem man fünf Fragen zur Schäferei beantworten musste, hatte man die Möglichkeit, viele schöne "schafige" Gewinne abzuräumen. Die Kinder konnten sich in der Spielecke austoben oder sich beim Kinderschminken phantasievolle Gesichter aufmalen lassen. Außerdem lernten sie unter der Anleitung von Fenja, der Auszubildenden der Familie Krauthan, wie man sich selbst aus Wolle schöne Sachen filzen kann. Auch kulinarisch hatte der Zummelmarkt einiges zu bieten: es gab Lammbraten, Lammbratwurst und Bloaz (Kartoffelkuchen) aus dem Hause Krauthan sowie Kuchen und Torten von den Bösgesäßer Landfrauen und Waffeln vom Kindergarten Kirchbracht.
Text + Fotos: Yvonne Gutermuth |