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Es liegt mir fern, jemanden zu belehren. Im Gegenteil, es ist mein dringendes - wirklich echt ganz nahe liegendes - Bedürfnis, mal darüber ganz herzhaft laut zu stöhnen: Wohin verkommt unsere Sprache? Kaum jemand würde in schmuddeliger Unterwäsche ohne Oberbekleidung auf einer Veranstaltung erscheinen. Aber: mit unordentlicher Sprache geht man ungeniert an die Öffentlichkeit - und glaubt, niemand merkt es..?
Doch!!!
 Es ist das gesprochene und geschriebene Wort, das uns von unseren Verwandten, den Affen, unterscheidet!
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Fundstücke 4U ______________________________________________________________ | | Einem "knackigen" Winter fehlt etwas... Die Kälte, die das Eis erst knacken lässt.
Eine Entscheidung "fällt" nicht... Sie wird getroffen. Es ist eine Wahl, die auf etwas fällt.
Eine misslungene Veranstaltung wird nicht "aus dem Sumpf gezogen"... Außer sie hat mit Kröten zu tun, die im Schlamm ihre Konzerte abzuhalten pflegen.
Von einem Abend mit Mozart-Arien wird "jeder im Publikum mindestens einen Ohrwurm mit nach Hause nehmen"... Uhhhhh, wirklich, muss ich das auch?!?
Der spannende Titel der Veranstaltung lockte über 130 Frauen ins Alsfelder Regionalmuseum, das "fast aus allen Nähten platzte"... Genau, Museen sind bei uns im Vogelsberg immer genäht :-)
Nun "tummelte" sich eine große Gästeschar auf dem Anwesen... Tztztz, sie sprangen also so herum? Sprachwörterbücher wissen: tum|meln, Nebenform von →taumeln] und tummeln = sich ausgelassen, lärmend bewegen, umhertollen
Die Gemeinde braucht Geld, "die Windenergie soll es in die Gemeindekassen spülen". Man rief dazu auf, das "Thema Windkraft auf eine gesicherte Grundlage zu stellen"... Kann Wind-Energie etwas SPÜLEN - und ist es wirklich möglich, ein Thema auf eine GRUNDLAGE zu stellen???
Wo die Möglichkeit der Einkehr in das gemütliche Ambiente des Café-Bistros besteht... Hm, eigentlich würde man lieber ins Café einkehren als ins Ambiente *g*. Und dann meinte Donald, der ARD-Wettermann im Fernseh-Morgenmagazin über unser Weihnachtswetter 2009: "Da könnte ich fünf Minuten labern." - Tja, fürs Labern zahlen wir doch gerne Rundfunkgebühren... oder?
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Vieles rutscht einem nur so raus. Eine interessante Kombination las ich in einem Internetblog: "Nur einige verlaufen sich an die hinter Tannen versteckte Taufsteinhütte und wissen meist nicht, welche kulinarische Leckerbissen hier im Verborgenen schlummern." Da schlummert tatsächlich Essbares im Verborgenen??? (Normalerweise sind es lediglich nicht verderbliche Talente, die unentdeckt ruhen, bis sie entdeckt werden.) Macht ja nix, merkt ja keiner, bis man es riecht...
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Weiterhin fand ich dies: "Für Essen und Trinken war bestens gesorgt, die Besucher konnten sich an der Grillhütte stärken mit Bratwürstchen, Pommes und Spießbraten. Diese wurden nachmittags vom einem bunten Tortenbuffet abgelöst." Das stelle man sich mal bildlich vor: Da meint der Kuchen zum Braten, er könne nun gehen, man würde ab jetzt die Attacke auf die Besuchermägen selbst übernehmen.
Natürlich weiß jeder, was gemeint ist. Aber trotzdem reizt es zum Lachen, wenn man genau hinliest!
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Hessisch Sibirien hat zugeschlagen und laut Sigi Stocks lustiger Ausdrucksweise "manche auf dem Marktplatz nicht nur bibbern sondern auch gefrieren lassen". Mehr dazu hier: SCHLITZ Der letzte Weihnachtsmarkt für dieses Jahr hatte es in sich <-KLICK.
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Lokalstolz bringt oft Kurioses hervor: "Heute leben rund 850 Menschen in unsrem schönen Dorf, am nördlichen Fuße des Vogelsbergs." Ich staune immer wieder, wie viele Füße so ein 60 qkm breites Mittelgebirge haben kann. Und dann auch noch nördliche...? *giggel*
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So mancher Ungeübte möchte gerne im Internet mitbloggen und seine hausgemachten und kernigen Sprachkünste der Menschheit - auch ohne alle nötigen Kommas - darlegen: "Doch was sich dann zeigte war ein wirklich faustdicke Überraschung." Da war jemand wirklich überrascht von einer dicken Faust...? Wikipedia klärt in einer Liste deutscher Redewendungen über die richtige Verwendung auf: Es faustdick hinter den Ohren haben bedeutet, durchtrieben oder raffiniert sein. (Nach der Volksmeinung hat die Verschlagenheit ihren Sitz hinter den Ohren - nicht die Überraschung ;-).
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Das nächste Fundstück haben Schreiberlinge der Stiftung Warentest fabriziert.
Räucherlachs: Nobelfisch schmiert ab Ob zur Silvesterfeier, zum Neujahrsbrunch oder beim Ballabend-Büfett - hübsch drapiert macht geräucherter Lachs stets eine gute Figur. Auch im Test: 7 von 18 Produkten waren "gut", allesamt aus der Fischzucht. Ausgerechnet der einzige nicht abgepackte Lachs aus der Fischtheke des Berliner Edelkaufhauses KaDeWe war allerdings verdorben. Urteil: Mangelhaft. (Quelle: Zitat Pressemitteilung Stiftung Warentest :-)
Beurteilung: Voll daneben! "Schmiert ab" bedeutet zwar, etwas rutscht nach unten, kommt aber aus der Umgangssprache rund ums ölverschmierte Auto. Dekoriert würde noch durchgehen, aber "drapiert" auf keinen Fall: Stoffe kann man drapieren (in Falten legen), Fische nicht. Und eine "gute Figur macht" z. B. ein Mann in einem passend sitzenden Anzug oder einer schicken Uniform. Einfacher hatte man es so ausdrücken können: Appetitlich angerichtet macht sich geräucherter Lachs auf jedem Büfett gut. Oder: Geschmackvoll (stilvoll, originell) garniert kommt Lachs bei den Gästen immer gut an.
Zum Wortschatz hinzufügen: Drapieren stammt vom französischen Wort "drap" = Tuch. Draperie ist somit Textilkunde, eine Drapierung die Anordnung von Stoffen zur Dekoration.
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Das Fernsehen lässt (Kosten sparend) oft und gerne Privatleute vor der Kamera zu Wort kommen. Die reden dann meistens, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. So hörte ich jemanden laut und deutlich sagen: "Da haben wir wohl den Zahn der Zeit getroffen mit unserem Kochbuch." Entweder meinte er, sie hätten den Nerv der Zeit getroffen, oder sie hätten die Zeichen der Zeit erkannt. (Doch zu so einer marketinggerechten Erkenntnis muss man mehr als kochen können ;-).
Zum Wortschatz hinzufügen: Der Zahn der Zeit pflegt an Dingen zu nagen und sie sichtbar altern zu lassen.
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Doch schaut man den Moderatoren mal genau "aufs Maul", dann machen auch sie keine Ausnahme und "kuddelmuddeln" beim Sprechen eifrig mit. So meinte einer von ihnen: "So startete ein Wettlauf gegen die Uhr." Normalerweise läuft man "gegen die Zeit" und nicht gegen die Chronometer (Zeitmesser) selbst... hihi.
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TO BE CONTINUED!
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